Ein Handbuch vom KdF-Wagen (1938)

Das Innenleben eines technischen Wunderwerks, das für die meisten Menschen Phantom blieb!
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Anlasser (KdF-Wagen von A-Z)
Bei der Reinigung des Fahrgestells den Anlasser niemals mit direktem Wasserstrahl ab-
spritzen. Der Anlasser ist ein Elektromotor, auf dessen Welle sich ein kleines Zahn-
rad oder Ritzel (2) befindet, das beim Anlassen des Motors in den Zahnkranz des
großen Schwungrades (1) eingreift. Durch Drücken auf den Anlasserknopf am Schaltbrett wird zunächst ein kleiner Zugmagnet (4) eingeschaltet, der das Ritzel über einen Hebel (3) in den Zahnkranz des Schwungrades schraubenartig einschiebt und so die beiderseitigen Zähne in Eingriff bringt. In diesem Auger,blick wird der Stromkontakt (5) geschlossen und der Anker (b) eingeschaltet. Dieser beginnt zu laufen, versetzt durch das Ritzel das Schwungrad und damit die Kurbelwelle in Drehung und der Motor springt an. Der praktische Vorgang, unseren Motor anzulassen, ist nun folgender: Wir setzen uns auf den Fahrersitz des Wagens (siehe Seite 67) und haben das Lenkrad und das Schalt-
brett vor uns. Unten links befinden sich die Fußhebel für Kupplung und Fußbremse sowie
das Gaspedal. Rechts unten ist ein Handhebel für den Kraftstoffhahn ZU-AUF-RESERVE.
Zunächst müssen wir darauf achten, daß der Hebel für den Kraftstoffhahn auf A, das bedeutet: „Auf", steht, denn sonst bekommt der Motor keinen Kraftstoff und kann
nicht anspringen. Der Schalthebel muß ganz senkrecht stehen und sich lose hin und her
bewegen lassen (siehe Leerstellung Seite 8), es darf also kein Gang eingeschaltet sein.
Dann steckt man den Schlüssel in das Zündschloß am Schaltbrett (Seite 67), dreht ihn
nach rechts, bis die links oben sitzende Ladestromlampe r o t aufleuchtet. (Außerdem
muß die darunter befindliche g r ü n e Lampe aufleuchten - siehe Ölkühler Seite 23)
Nun erst können wir den Motor anlassen. Ist der Motor kalt, d. h., ist er vorher nicht
gelaufen, so zieht man an dem kleinen weißen Luttklappenzug (Seite 67), der neben
dem Schalthebel auf dem Mittelrahmen sitzt. Man schließt damit die Luftklappe am Ver-
gaser und beschränkt die Luftzufuhr. Der Motor bekommt mehr Kraftstoff als Luft
und springt leichter an. Mit dem linken Fuß tritt man die Kupplung herunter, kuppelt also
aus, um das Anlassen zu erleichtern. Man drückt dann auf den Anlasserknopf (Seite 67),
doch nie länger als 5 Sekunden. Nach Anspringen des Motors den Anlasserknopf jedoch
s o f o r t loslassen, damit das Ritzel zurückspringt und keinen Schaden nimmt. Sollte
der Motor nicht gleich anspringen, kann man das Anlassen öfter wiederholen, bis der
Motor läuft. Läuft der Motor, so drückt man nach etwa 2-3 Sekunden den Knopf der
Luftklappe zur Hälfte wieder hinein und läßt den Motor vor dem Anfahren erst warm
laufen. Den Knopf der Luftklappe dann bald ganz hineindrücken, damit der Motor nicht
versäuft, d. h. zu viel Kraftstoff saugt. Ist der Motor jedoch warm, also im Sommer oder
wenn er kurz vorher gelaufen ist, so betätigen wir die Luftklappe n i c h t , sondern
drücken n u r auf den Anlasserknopf und geben durch leichtes Drücken auf das Gaspedal mit dem rechten Fuß Gas und der Motor springt an.
Sollten Sie einmal irrtümlich bei laufendem Motor den Anlasser betätigen, werden in
der Regel die Zähne des Ritzels beschädigt. Es kann vorkommen, daß das Ritzel beim
späteren Anlassen im beschädigten Zahnkranz des Schwungrades hängen bleibt und
nicht mehr zurückspringt. In diesem Fall stell! man die Z ü n d u n g ab, indem man den
Schlüssel herauszieht, schaltet den 2. Gang ein und schiebt den ganzen Wagen mehrmals vor und zurück, worauf das Ritzel meistens wieder frei wird. Sollte das nach einigen
Versuchen nicht erreicht werden, wenden Sie keine Gewalt an, sondern ziehen Sie
eine VW-Werkstatt zu Rate.
Alle Arbeiten am Anlasser überlassen Sie einer VW-Werkstatt.


